Was die Mitgliederverwaltung nicht abdeckt
Die Vereins App für die andere Hälfte der Arbeit.
Mitglieder, Beiträge und Buchhaltung haben ihre Software. Was auf den Schultern der Ehrenamtlichen bleibt, ist alles andere.
Geschrieben von Clément Fabiani
Sagen wir klar, was Bob nicht ist
Bob verwaltet keine Mitglieder, keine Beiträge und keine Kasse. Dafür gibt es Vereinssoftware, sie macht das gut, und es gibt keinen Grund, sie zu ersetzen. Wer eine Kassen-App für Vereine sucht, sucht etwas anderes.
Was Bob abdeckt, nimmt keine dieser Lösungen: die Kommunikation des Alltags und die Organisation am Platz, die heute auf Gruppenchats und dem Gedächtnis der Ehrenamtlichen ruhen.
Eine Woche im Verein, vom Vorstand aus gesehen
- Montag. Die Einladung fürs Wochenende geht raus. Die Antworten tröpfeln vier Tage lang.
- Mittwoch. Jemand zählt die Zusagen, fragt bei den Stillen nach und sucht, wer die Musikbox hat.
- Donnerstag. Die Fahrgemeinschaft entsteht in Privatnachrichten, und zwei stehen ohne Mitfahrgelegenheit da.
- Freitag. Am Ausschank fehlen noch zwei Helfer.
- Samstag. Alles läuft gut, und niemand weiß, wer mit den Trikots nach Hause gefahren ist.
Jeder dieser Schritte ist schon eine Liste oder eine Zählung. Neu ist nur, dass sie nicht mehr jede Woche von Hand entsteht.
Was an einem Ort liegt statt an fünf
- Einladungen und Anwesenheit. Wer kommt am Samstag, wer nicht, ohne hundert Nachrichten zurückzublättern.
- Fahrgemeinschaften. Wer fährt, wie viele Plätze, wer steigt zu.
- Material. Bälle, Trikots, Musikbox, Anhänger: wer hat sie, seit wann, und wann kommen sie zurück.
- Helferschichten. Ausschank, Turnier, Sommerfest, mit Eintragungen, die alle sehen.
- Gespräche. Verschlüsselte Nachrichten mit Anrufen und Video, pro Mannschaft oder pro Gruppe.
Drei dieser Bausteine haben eine eigene Seite: der gemeinsame Kalender für Termine, die Fahrgemeinschaft für Auswärtsspiele und die WhatsApp-Alternative für die Gruppe selbst.
Fünfzehn Mitglieder oder dreihundert
Rund fünfzehn
Eine Gruppe reicht. Der sofortige Gewinn ist die Anwesenheitszählung und die Materialliste.
Drei Mannschaften, fünfzig Mitglieder
Eine Gruppe pro Mannschaft plus eine für den Vorstand. Eltern bekommen nur, was sie betrifft.
Ein großer Verein
Bob steht neben der Mitgliederverwaltung, nicht an ihrer Stelle.
Ein Verein ohne Platz
Chor, Förderverein, Elterninitiative: dieselbe Logik, mit Helferschichten statt Einladungen.
In einer Woche starten, ohne Sitzung
Der Wechsel scheitert, wenn alle am selben Tag alles ändern sollen. Er gelingt, wenn ein einziger Anwendungsfall umzieht und sich beweist.
- Montag. Die Gruppe einer einzigen Mannschaft anlegen, der motiviertesten.
- Dienstag. Die Einladung fürs Wochenende posten, mit Zusagen. Die erste automatische Zählung, die der Trainer je gesehen hat.
- Donnerstag. Die Fahrgemeinschaft am selben Termin öffnen, eine Zeile pro Auto.
- Samstag. Das Material aus dem Lager eintragen, mit Namen. Das ist die Funktion, die den Kassenwart überzeugt.
- Die Woche darauf. Die anderen Mannschaften fragen von selbst, oder auch nicht. Es geht nichts kaputt, wenn sie warten.
Datenschutz im Verein
Wer eine Vereinsgruppe verwaltet, verarbeitet Kontaktdaten Dritter, häufig von Minderjährigen. In einer großen WhatsApp-Gruppe sieht jeder die Nummer aller anderen, und die Gruppe gehört niemandem: scheidet die Person aus, die sie angelegt hat, bleibt die Verwaltung offen.
Bob wird von einem französischen Unternehmen herausgegeben und unterliegt der DSGVO. Die Kommunikation ist verschlüsselt, und Gruppen gehören zum Verein, nicht zu einem privaten Konto.
Die Weitergabe, wenn jemand aufhört
Das ist die größte ungeschriebene Schwachstelle im Ehrenamt. Eine Person macht seit Jahren die Einteilung, kennt alle Nummern, weiß, wo die Schlüssel liegen, und hört irgendwann auf.
Was in einem privaten Chat lag, geht mit ihr. Was in einer Vereinsgruppe liegt, bleibt: die Termine, die Zusagen, die Materialliste und die Frage, wer was hat. Das ist kein technisches Argument, es ist der Grund, warum kleine Vereine Wissen verlieren.
Eltern, Trainer, Vorstand: wer braucht was
Eltern
Uhrzeit, Ort, Ende, Fahrgemeinschaft. Nichts anderes, und vor allem nicht die Diskussionen des Vorstands.
Trainer
Wer kommt am Samstag. Eine Zahl, früh genug, um aufzustellen.
Kassenwart
Wo das Material ist. Nicht aus Misstrauen, sondern weil Ersatz Geld kostet.
Vorstand
Eine Spur. Damit die nächste Person nicht bei null anfängt.
Getrennte Gruppen lösen das meiste davon, ohne dass jemand etwas verwalten muss.
Was ein Verein damit nicht mehr von Hand macht
Am Ende zählt, wie viele Stunden Ehrenamt zurückkommen. Die Liste ist kurz und jede Zeile ist echte Arbeit, die heute jemand übernimmt.
- Zusagen zählen. Jede Woche, meist am Mittwochabend, meist von derselben Person.
- Nachfassen bei den Stillen. Unangenehm, und deshalb oft zu spät.
- Fahrgemeinschaften zusammensuchen, verteilt über Privatnachrichten.
- Material suchen, das jemand mitgenommen und vergessen hat.
- Helferschichten erfragen, einzeln, bis die Liste voll ist.
Keine dieser Aufgaben verschwindet vollständig. Aber keine davon muss noch von Hand zusammengetragen werden.
Häufige Fragen
Ersetzt Bob eine Mitgliederverwaltung?
Nein. Bob verwaltet keine Mitglieder, keine Beiträge und keine Kasse. Es übernimmt Kommunikation und Organisation am Platz, die diese Software nicht abdeckt.
Gibt es eine Kassenfunktion für Vereine?
Nein. Wer eine Kassen-App für Vereine sucht, braucht Vereinssoftware. Bob hält nur Auslagen als Leihe nach, mit Person, Betrag und Datum.
Was kostet die App für einen Verein?
Nichts. Sie ist auf iOS und Android kostenlos, ohne Abo und ohne Staffel nach Mitgliederzahl.
Können Mannschaften getrennt werden?
Ja. Gespräche und Termine laufen pro Gruppe, damit Einladungen nicht mehr an alle gehen.
Wie wird geliehenes Material nachgehalten?
Jedes Stück wird mit Person und Rückgabedatum erfasst, und die Erinnerungen laufen automatisch.
Ab wie vielen Mitgliedern lohnt sich das?
Ab etwa fünfzehn, für die Anwesenheitszählung und das Material. Ab fünfzig ist die Trennung nach Mannschaften der größte Gewinn.
Wie ist das mit dem Datenschutz?
Die Herausgeberin ist ein französisches Unternehmen und unterliegt der DSGVO. Die Kommunikation ist verschlüsselt, und Gruppen gehören zum Verein statt zu einem privaten Konto.
Was passiert, wenn die Person aufhört, die alles macht?
Was in einem privaten Chat lag, geht mit ihr. Was in einer Vereinsgruppe liegt, bleibt: Termine, Zusagen, Materialliste. Das ist der häufigste Grund, warum kleine Vereine Wissen verlieren.
Bekommen Eltern alle Nachrichten des Vorstands?
Nein, wenn die Gruppen getrennt sind. Eltern brauchen Uhrzeit, Ort, Ende und Fahrgemeinschaft, nicht die Diskussionen des Vorstands.
Seite aktualisiert am 17. September 2026.
